Beschreibung
a) Zur Angebotsabgabe auffordernde Stelle: Name des Auftraggebers: Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH; Straße, Hausnummer: Prager Straße 8; Postleitzahl: 04103; Ort: Leipzig; Land: Deutschland; Den Zuschlag erteilende Stelle: s.o.; Stelle, bei der die Angebote oder Teilnahmeanträge einzureichen sind: s.o.
b) Vergabeart: Öffentliche Ausschreibung
c) Form, in der Teilnahmeanträge oder Angebote einzureichen sind: Angebote können nur elektronisch abgegeben werden; Anschrift, an die die Angebote elektronisch zu übermitteln sind: www.evergabe.de
d) Art und Umfang der Leistung: Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (nachfolgend MDV genannt) ist der länderübergreifende Verkehrsverbund für den Nahverkehr in Mitteldeutschland. Neben den beiden Oberzentren Halle und Leipzig umfasst das Verbundgebiet die sächsischen Landkreise Nordsachsen, Leipzig, anteilig Mittelsachsen (nur den ehemaligen Landkreis Döbeln als MDV-Übergangsgebiet), die sachsen-anhaltinischen Landkreise Burgenlandkreis und Saalekreis sowie den thüringischen Landkreis Altenburger Land.
Mitte Dezember 2019 sind die Verkehrsleistungen des SPNV in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg sowie in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau hinzugekommen.
Damit deckt der MDV eine Fläche von 11.300 km² mit 2,1 Millionen Einwohnern ab.
Insgesamt leisten 14 Verkehrsunternehmen (8 ÖSPV und 6 SPNV) einen Beitrag für die Mobilität in der Verbundregion Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (in Mitteldeutschland). Zudem werden Tarifeinnahmen über SPNV-Aufgabenträger und sächsische Verkehrsverbünde an den Verbund gemeldet.
Das Angebot dieser Unternehmen nutzten im Jahr 2025 rund 281 Mio. Fahrgäste.
Der MDV plant die Weiterentwicklung seines Einnahmeaufteilungsverfahrens (EAV) mit einer geplanten Umsetzung ab dem Jahr 2026. Die bisherige Aufteilung basiert insbesondere auf einer vertriebsdatenbasierten Zuweisung zu Tarifzonen sowie automatischen Fahrgastzählungen (AFZS) und klassischen Fahrgastbefragungen zur Bestimmung von Nachfrageanteilen für Verbund- und Nichtverbundtarife.
Mit der Einführung des Deutschlandtickets (D-Ticket) ergeben sich neue Anforderungen: Erstmals gibt es ein bundesweit einheitlich nutzbares Ticket sowohl im SPNV als auch im ÖSPV. Jedoch ist das D-Ticket verbunden mit der Besonderheit, dass eine gesonderte Einnahmeaufteilung nach bundesweit einheitlichen Regelungen getrennt vom Verbundtarif durchgeführt werden soll. Damit einher gehen auch neue zusätzliche Anforderungen an die Erhebung der Nachfragedaten (Fahrgastzahlen) und Nutzung der Tarifarten (Verbundtarif und D-Ticket).
Parallel verfolgen die Verbundpartner das strategische Ziel, die Tarif- und Vertriebsprozesse stärker zu digitalisieren. Vor diesem Hintergrund wurde im MDV im Rahmen des vom Bund geförderten innovativen ÖPNV-Modellprojekt STADTLand+ u. a. in 2024/25 ein Pilotprojekt zur digitalen Nutzungsdatenerfassung mittels Tracking mit GPS+BLE-Beacons+APP umgesetzt.(Im Folgenden nur noch Tracking mit Beacon genannt)
Im Zentrum der hier ausgeschriebenen Beratungsleistung steht daher die methodische Bewertung, inwieweit diese digitalen Nutzungsdatenerhebungen (Tracking mit Beacon) im Vergleich mit anderen Erhebungsansätzen in der Lage sind, vergleichbar valide Daten für die Einnahmeaufteilung zu liefern. Dabei soll es auch um eine fachlich fundierte Bewertung der methodischen und am ÖPNV-Markt tatsächlich realisierbaren Voraussetzungen für den Einsatz digitaler Methoden zur Nutzungsdatenerfassung gehen. Der Vergleich der verschiedenen Erhebungsansätze soll sowohl Aspekte hinsichtlich Methodik als auch Kostenaufwände berücksichtigen. Die Entwicklung einer neuen EAV-Systematik ist nicht Gegenstand der zu beauftragenden Beratungsleistung.
Die Erwartung an die Beratertätigkeit umfasst einen engen inhaltlichen Austausch mit dem Auftraggeber sowie die aktive Teilnahme an diversen Beratungsterminen (Online und Präsenz) zusammen mit dem Auftraggeber sowie den EAV-Partnern im MDV.
Ziel ist die Analyse und vergleichende Bewertung von verschiedenen Stichprobenmethoden.
Zum einem in einer kurzfristigen Perspektive mit Umsetzbarkeit für die EAV 2026 (Phase 1) sowie einer mittel-bis langfristigen Perspektive für eine mögliche zukünftige EAV im MDV (Phase 2). Ebenso soll ein geeigneter Migrationspfad von der Umsetzung in Phase 1 in die Phase 2 aufgezeigt werden. Bei den Überlegungen zur langfristigen Perspektive für die MDV-EAV sollten Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zur in der Entwicklung befindlichen bundesweiten EAV D-Ticket berücksichtigt werden.
Die Ergebnisse sind neben PowerPoint in einem vollständigen Schlussbericht (Text, Tabellen, Quellenangaben) darzulegen.
Der Auftragswert ist auf 45.000,00 € netto begrenzt.; Orte der Leistungserbringung: Postleitzahl: 04103; Ort: Leipzig; Land: Deutschland
e) Ggf. Anzahl, Größe und Art der einzelnen Lose: entfällt, da keine losweise Vergabe
f) Nebenangebote sind nicht zugelassen
g) Ausführungsfrist: Beginn: nicht angegeben; Ende: 28.02.2026
h) Die Vergabeunterlagen werden auf der Vergabeplattform evergabe.de bereitgestellt.
i) Angebotsfrist: 05.11.2025, 12:00 Uhr; Bindefrist: 12.12.2025
j) Höhe etwa geforderter Sicherheitsleistungen: keine
k) Wesentliche Zahlungsbedingungen oder Angabe der Unterlagen, in denen sie enthalten sind: siehe Anlage 5 - besondere Vertragsbedingungen
l) Mit dem Angebot oder dem Teilnahmeantrag vorzulegenden Unterlagen, die die Auftraggeber für die Beurteilung der Eignung des Bewerbers oder Bieters verlangen: Mit dem Angebot sind die Eigenerklärungen über das Nichtvorliegen von Ausschlusskriterien gem. §§ 123, 124 GWB abzugeben. Es sind formlose Eigenerklärungen ausreichend. Im beigefügten Vordruck für die Erklärungen/Nachweise zur Eignung (Anlage 3) sind die entsprechenden Eigenerklärungen enthalten. Bei Bietergemeinschaften sind die entsprechenden Erklärungen durch jedes Mitglied der Bietergemeinschaft beizubringen. Erfahrungsnachweis des Bieters in Form der Benennung von mind. drei vergleichbaren
Referenzprojekten innerhalb der letzten 3 Jahre, welche im Hinblick auf die Anforderungen der vorliegenden Beratungsleistung vergleichbar sind:
- Erwartet werden fundierte Expertise in Verkehrsstatistik, Erhebungsmethodik, Einnahmeaufteilungsverfahren und Datenschutz
- Erfahrung mit digitaler und manueller Fahrgastdatenerhebung, Datenanalyse und Verbundstrukturen ist vorteilhaft
- Fundiertes Wissen im Bereich ÖPNV und zum Thema D-Ticket.
m) Kosten für Vervielfältigungen der Vergabeunterlagen: entfällt
n) Angabe der Zuschlagskriterien, sofern diese nicht in den Vergabeunterlagen genannt werden: entfällt, siehe Vergabeunterlagen
Beratung/ Gutachten/ Studie (Verkehr),Gutachten/ Studie (Wirtschaft)